Sebastian Roloff MdB, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Vorsitzender der BayernSPD, äußert sich zum Jahreswirtschaftsbericht 2026:
„Die neuesten Wirtschaftszahlen zeigen, dass Bayern ökonomisch ins Rutschen geraten ist – und die Gründe liegen nicht nur in globalen Spannungen, sondern sind auch selbstverschuldet. Die Konjunktur zeigt ein klares Bild: Das Geschäftsklima ist im Dezember erneut gesunken, die Produktion im verarbeitenden Gewerbe lag im November 3,9 Prozent unter Vorjahr, die Beschäftigtenzahl in diesem Bereich um 1,9 Prozent niedriger, und die Arbeitslosigkeit im Freistaat ist 2025 um 6 Prozent gestiegen. Bayern steht damit trotz seiner Stärke schlechter da, als es bei einer vorausschauenden Standortpolitik nötig wäre.
Ein entscheidender Grund dafür ist der unzureichende Ausbau zentraler Infrastrukturen. Der digitale Netzausbau in Bayern ist über Jahre hinweg schleppend verlaufen. Zu viele Regionen – gerade im ländlichen Raum – sind noch immer nicht an schnelle Glasfasernetze angebunden. 5G-Lücken belasten mittelständische Betriebe, Handwerk und Logistik. Im Energiesektor ist die Lage nicht besser: Der Ausbau der Stromnetze in Richtung Süden wurde lange blockiert, und der Freistaat hat sich beim Ausbau der Windenergie selbst ausgebremst.
Gleichzeitig zeigt der Jahreswirtschaftsbericht, wie stark Energiepreise und Unsicherheiten Unternehmen treffen. Der Rückgang der Produktion in Bayern im Baugewerbe um 5,2 Prozent und die anhaltende Schwäche in der Industrie sind Ausdruck einer Investitionsklemme.
Während China und die USA längst mit massiven industriepolitischen Programmen vorangehen, hat sich Bayern zu lange in der Vorstellung eingerichtet, dass der Markt alles regelt. Das Gegenteil ist eingetreten: Wo andere Länder Technologie, Netze und erneuerbare Energien hochfahren, hat Bayern blockiert. Gerade die energieintensiven Branchen leiden darunter besonders.
Der Jahreswirtschaftsbericht 2026 zeigt klar: Das erwartete Wachstum von 1,0 % in Deutschland entsteht nicht von allein, sondern durch eine aktive Industriepolitik. Deutschland kommt aus Jahren der Stagnation nur heraus, weil wir investieren, modernisieren und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aktiv gestalten.
Wir als SPD gehen diesen Weg konsequent. Wir setzen den Koalitionsvertrag um: mehr Investitionen, schnellere Genehmigungen, weniger Bürokratie und eine Infrastruktur, die Wachstum ermöglicht. Mit europäischer Strompreiskompensation, der nationalen Netzentgeltreform sowie gezielten Qualifizierungs- und Innovationsprogrammen schaffen wir Entlastung und Dynamik für Industrie und Mittelstand. So entsteht der wirtschaftliche Aufschwung.“