Der SPD-Bundestagsabgeordnete David Mandrella hat in der Aktuellen Stunde „Die Forderungen der Protestbewegung Generation Z ernst nehmen – Keine Kriminalisierung der Jugendlichen, mögliche Polizeiübergriffe aufklären“ im Bundestag dafür geworben, die Forderungen der Protestbewegung Generation Z ernst zu nehmen. Zehntausende junge Menschen, darunter viele Schülerinnen und Schüler, waren zuletzt auf die Straße gegangen. Mandrella, selbst Teil der Generation Z und ehemaliger Lehrer, stellte gleich zu Beginn klar: „Es gibt nicht die eine Gen Z.“ Verbinde die jungen Menschen etwas, dann das Vorurteil, sie seien faul, verwöhnt und desinteressiert an Demokratie. Wer auf die Straße gehe, mache dagegen genau das, was gute Demokratinnen und Demokraten tun.
Zu den Vorfällen am Rande der Proteste fand Mandrella klare Worte in beide Richtungen. Wer Einsatzkräfte angreife oder Läden plündere, begehe Straftaten, und diese müssten konsequent verfolgt werden, „um die Anliegen der großen Mehrheit zu schützen“. Den Polizistinnen und Polizisten dankte er ausdrücklich und sicherte ihnen volle Solidarität zu. Zugleich warnte er davor, die Jugendlichen insgesamt zu kriminalisieren: Als Lehrer gebe er auch nicht „der ganzen Klasse einen Verweis“, wenn sich einer danebenbenehme. Mögliche Übergriffe von Einsatzkräften müssten ebenfalls aufgeklärt werden.
Die Initiative fordert unter anderem mehr Investitionen in Bildung, mehr Suchthilfe und Psychotherapieplätze, mehr Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, eine gerechtere Lastenverteilung und mehr Mitsprache bei Zukunftsfragen. Nicht jede dieser Forderungen werde man eins zu eins umsetzen, so Mandrella, „aber jede verdient eine Antwort“. Mit dem Satz „Uns hat es auch nicht geschadet“ dürfe man sich nicht abspeisen lassen. Das sei kein Argument, sondern beende die Debatte, bevor sie man sie hat.
Im Mittelpunkt der Prostest stand vor allem das Thema Bildung. „Es ist keine Schande, dass man für mehr Bildung demonstriert, sondern es ist eine Schande, dass man es angesichts der PISA-Ergebnisse machen muss“, sagte Mandrella. Er schloss sich der Forderung der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Dagmar Schmidt an und formulierte vier Kernforderungen. Erstens brauche es einen Bildungsgipfel, und zwar so schnell wie möglich und nicht erst im nächsten Jahr, mit Bund, Ländern, Kommunen und vor allem denjenigen, die es selbst betrifft, also den jungen Menschen, die auf die Straße gehen.
Zweitens will Mandrella kleinere Lerngruppen: „Tun wir doch alles dafür, dass wir in zehn Jahren jede Klasse zumindest in den Hauptfächern teilen können.“ Drittens müssten Lehrkräfte als Lernbegleiter und als Menschen, die begeistern, gestärkt werden, denn jedes Kind brauche jemanden, der an es glaube, besonders wenn das zu Hause niemand tue. Viertens soll der Ganztag ausgebaut werden, der private Ungleichheit in die Schule hole und ungleiche Elternhäuser ausgleiche: „Wir brauchen den Ganztag massiv und wir brauchen ihn perspektivisch für alle.“