SPD will BAföG massiv ausweiten

Portrait Schieder

Freitag, 5. März 2010

Wir brauchen eine Studienförderung, die transparent und sozial gerecht ist", forderte die bildungspolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landesgruppe Bayern, MdB Marianne Schieder, in Ihrer heutigen Rede im Bundestag zur BAföG-Reform. Die SPD fordert in einem Antrag die Erhöhung der Freibeträge um 10 Prozent und die Erhöhung der Förderung um 3 Prozent, so dass wesentlich mehr Studenten und Studentinnen in den Genuss von BAföG kommen können. Insbesondere die Kinder aus der unteren Mittelschicht sollen dadurch stärker in den Genuss einer Förderung kommen. So spricht die 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks von einer knapp vierfach höheren Chance von Kindern aus einem Akademikerhaushalt auf ein Studium als von Kindern aus einem Arbeiterhaushalt. Zudem hat sich die Selektivität im akademischen Bereich in den letzten Jahrzenten deutlich verschärft: während sich seit 1983 der Anteil der Studierenden aus sozioökonomischen höheren Herkunftsgruppen bis 2006 verdoppeln konnte, hat sich der Anteil der Studierenden aus niedrigen Herkunftsgruppen gleichzeitig nahezu halbiert. Die SPD-Abgeordnete Marianne Schieder kritisierte die Pläne der Bundesregierung, die Studienförderung über ein neues nationales Stipendiensystem zu verbessern, scharf: "Das neue System der Regierung verursacht zusätzliche Kosten, ist äußerst intransparent und kommt vor allem denjenigen zu Gute, die kaum finanzielle Sorgen haben." Die schwarz-gelbe Regierung sorge mit Ihren Plänen nur dafür, dass die Bildungsungerechtigkeit noch größer und die Spendenklientel der eigenen Parteien bedient wird. Selbst Vertreter der Deutschen Wirtschaft haben die Studienförderungspläne der Bundesregierung als unsozial kritisiert.

Darüber hinaus bestehe die Gefahr, dass durch eine stark selektive Förderung enormes Know-How in unserer Gesellschaft verloren gehe und die soziale Trennung immer weiter zementiert werde. "Wer Vernunft walten lässt und Chancengerechtigkeit im Bildungssektor ernsthaft will, der muss die Priorität auf eine umfassende Ausweitung des BAföG legen, so wie sie von der SPD gefordert wird", fordert Marianen Schieder. Nur auf diesem Wege würde man wirklich etwas für die Mittelschicht in Deutschland tun.

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