Ulrike Bahr: Kinderschutz geht vor

05. April 2017 | Familie / Jugend / Kinder

Ulrike Bahr, Sprecherin für Familienpolitik der Landesgruppe Bayern in der SPD-Bundestagsfraktion, begrüßt den Gesetzentwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) zum Verbot von Kinderehen:

Wenn gerade Mädchen sehr jung verheiratet werden, dann wird ihnen die Chance auf Bildung und Ausbildung genommen. Sie werden oft viel zu früh selbst Mütter, mit negativen Folgen für ihre körperliche und seelische Gesundheit. Kulturelle Gepflogenheiten dürfen nicht vor dem Kinderschutz kommen. Darum ist es richtig, dass künftig in Deutschland Ehen mit unter 16jährigen nicht mehr anerkannt werden. Sie sind automatisch nichtig. Bei 16- und 17jährigen muss ein Familiengericht entscheiden, ob sie die nötige Reife für eine Ehe besitzen und ob die Verbindung freiwillig eingegangen wurde. Eheschließungen sind grundsätzlich nur noch unter Volljährigen möglich.

Künftig bekommen auch Minderjährige, die mit einem Ehepartner einreisen, sofort den Schutz und die Unterstützung, die sie brauchen. Auch sie können vom Jugendamt in Obhut genommen werden. Damit setzen wir die UN-Kinderrechtskonvention in einem weiteren Punkt um und stärken besonders die Rechte von Mädchen.“