Marianne Schieder: CSU hat zur Not der Milchbauern erheblich beigetragen

Donnerstag, 5. Juni 2008

"Der aktuelle Boykott macht die Not und Verzweiflung der Milchbauern deutlich", erklärte Marianne Schieder, die agrarpolitische Sprecherin der Bayerischen SPD-Landesgruppe, als sie am Donnerstag am Rande der Kundgebung vor dem Brandenburger Tor mit rund 300 Bauern aus ihrem Wahlkreis Schwandorf-Cham zusammentraf. Die Bauern sind am frühen Morgen in Bayern aufgebrochen, um an der Großkundgebung vor dem Brandenburger Tor teilzunehmen.

Ein erstes Einlenken kam mittlerweile von den Molkereien, die in der Region verankert sind und von den Bauern maßgeblich getragen werden. Leider wurden diese Strukturen in den letzten Jahren vielfach zerschlagen und zentralisiert. "Eines der dramatischsten Beispiele ist die ehemals staatliche Molkerei Weihenstephan”, sagte Marianne Schieder, “die bayerische Staatsregierung hat sie 1999 an ein privates Unternehmen verkauft." Mit ihren Forderungen nach weiteren Konzentrationsprozessen in der Landwirtschaft habe die CSU in den letzten Jahren die bäuerlichen Familienbetriebe konsequent in die Hände einiger weniger Großunternehmen getrieben.

Beim Treffen mit den Milchbauern aus der Oberpfalz erklärte die bayerische SPD-Bundestagsabgeordnete, dass der Milchlieferstopp auch für die derzeit laufenden politischen Verhandlungen auf nationaler und europäischer Ebene wichtig sei. Damit werde nochmals deutlich, dass die Milchproduktion nach 2015 nicht dem freien Markt überlassen werden darf. "Dies würde den Tod vieler bayerischer Milchbetriebe bedeuten", so Marianne Schieder.

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