Mädchen und Frauen vor Genitalverstümmelung schützen

Foto Angelika Graf

Freitag, 6. Februar 2009

Heute ist der internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung. Anlässlich dessen fordert die frauenpolitisiche Sprecherin der Bayerischen SPD-Landesgruppe, Angelika Graf:

"Genitalverstümmelung ist eine der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen, die Frauen und Mädchen angetan werden kann. Deshalb setzt sich die SPD-Bundestagsfraktion seit vielen Jahren dafür ein, dass diese unmenschliche Praxis weltweit geächtet wird. Erst im Sommer vergangenen Jahres wurden in einem Koalitionsantrag nationale und internationale Maßnahmen gegen Genitalverstümmelung verabschiedet.

Mehrere internationale Konventionen und Erklärungen beziehungsweise europäische Initiativen ächten die Genitalverstümmelung. Dies ist ein wichtiges Signal. Die Probleme liegen jedoch in der konkreten Umsetzung präventiver Maßnahmen. Die soziale und kulturelle Situation in Ländern wie zum Beispiel Somalia, Ägypten, Guinea und Malaysia ist so unterschiedlich, dass ein standardisiertes Verfahren zur Bekämpfung der Genitalverstümmelung nicht greifen kann. Die SPD hat sich daher immer dafür eingesetzt, dass mit kulturspezifischer Forschung herausgefunden wird, wie eine zielgruppengerechte Aufklärung und Prävention betrieben werden kann. 140 Millionen Opfer in vielen Regionen der Welt gibt es bereits, jährlich kommen drei Millionen Mädchen hinzu.

Auch in Deutschland leben etwa 30.000 betroffene, beziehungsweise bedrohte Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund. Die von der Koalition beschlossene interministerielle Bund-Länder-NRO-Arbeitsgruppe könnte einen wichtigen Beitrag leisten, um in Familien über die Folgen von Genitalverstümmelung aufzuklären, relevante Berufsgruppen und Organisationen zu vernetzen und Projekte auf Landes- und Bundesebene zu fördern. Deshalb sollte die Arbeitsgruppe so rasch wie möglich eingerichtet werden.

Der internationale Tag "Null Toleranz gegenüber Genitalverstümmelung" ruft dazu auf, die Wirksamkeit der Aktivitäten zu erhöhen. Dafür setzt sich die SPD-Bundestagsfraktion weiterhin ein."

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