Florian Pronold: Der Bund der Steuerzahler lügt

Portrait Florian Pronold

Dienstag, 4. März 2008

Zu den heute in der BILD-Zeitung veröffentlichten Zahlen des Bundes der Steuerzahler zur Steuerbelastung erklärt der stellvertretende finanzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und stellvertretende Vorsitzende der BayernSPD, Florian Pronold, MdB:

„Der Bund der Steuerzahler lügt. Die heute in der Bildzeitung veröffentlichten Zahlen zur angeblichen Steuerbelastung sind der Gipfel der Volksverdummung. Selbst wenn man alle Annahmen des BdSt übernimmt, liegt die Steuer- und Abgabenbelastung nicht bei 52 sondern bei gut 30 Prozent Abzug vom Lohn. Berechnet man wie der BdSt auch noch die Verbrauchsteuern einschließlich Tabaksteuern ein, liegt der Staatsanteil immer noch unter 40 Prozent.

Wie kommt der BdSt auf seine unsinnigen Zahlen? Mit zwei Tricks: Zum einen wird das Kindergeld in Höhe von 154 Euro im Monat unterschlagen. Rechnet man das Kindergeld mit ein, liegt die Steuerbelastung der Familie bei sehr moderaten 10 Prozent. Dazu kommen dann etwa 20 Prozent Sozialabgaben. Den größten propagandistischen Effekt erzielt der BdSt allerdings durch seine absurde Bezugsgröße. Seine hohen Prozentsätze kommen dadurch zustande, dass er die Belastungsquote nicht auf den Bruttolohn der Arbeitnehmer bezieht, sondern auf das Arbeitgeberbrutto einschließlich der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung. Diesen Wert findet der Bild-Leser nicht auf seinem Lohnzettel. Er muss die BdSt-Zahlen deshalb missverstehen. Genau das ist das Ziel dieser Kampagne: Volksverdummung, um damit am Ende Steuersenkungen für Spitzenverdiener durchzusetzen.“

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